 Es war das große
Verdienst des Kommandanten des Landwehrstammregiments 21
(heute Jägerregiment Wien) "Hoch- und
Deutschmeister", Oberst Josef Herzog, dass er die
lange Jahre schon bestehenden und getrennte Wege gehenden
Deutschmeistervereine im Jahre 1984 zu gemeinsamen
Gesprächen und Aktivitäten zusammenführte. In einer
Arbeitsgemeinschaft mit zwei bis drei Treffen im Jahr
wurden neue Wege beschritten und ein internes
Kommunikationskonzept verwirklicht, Veranstaltungen
einzelner Vereine wurden bekannt gegeben und gemeinsame
Aktivitäten unter Federführung des Regimentes
besprochen.
Im Jahre 1986 entstand daraus
als Dachorganisation für Deutschmeistervereine, der
Deutschmeisterbund. Zu diesem Zeitpunkt wusste man nicht,
dass es bereits einen Deutschmeisterbund (die Geschichte
dieses Vereines und die der anderen Deutschmeistervereine
findet man in unseren Publikationen) von 1919 bis 1945
bzw. von 1956 bis 1974 in Wien gegeben hat.
Der Deutschmeisterbund
versteht sich als Traditionspfleger und beschäftigt sich
mit der Geschichte des Deutschmeisterregiments seit
seiner Aufstellung im Jahre 1696 bis heute. Er ist das
Verbindungselement zum militärischen Traditionsträger
im Österreichischen Bundesheer und dem Deutschen Orden.
Gründungsvereine waren der
Kameradschaftsverein Hoch- und Deutschmeister, IR 4, das
Alte Deutschmeister Schützenkorps, der Club der
Deutschmeister und die k.u.k. Wiener Regimentskapelle IR
4. Im Jahre 1990 ging Josef Herzog als Brigadier in
Pension, er führte den Bund als Präsident weiter fort.
In den Jahren darauf gab es
Beitritte und Vereinsauflösungen. 1991 trat die
engagierte Milizgemeinschaft des Jägerbataillons 4 ein,
zwei Jahre später wurde sie obsolet, weil der
militärische Verband neu aufgestellt wurde. 1992 löste
sich der Club der Deutschmeister wegen Inaktivität
freiwillig auf, während im selben Jahr die Kameradschaft
der 44. Infanterie-Division, später
Reichsgrenadierdivision "Hoch- und
Deutschmeister" und zum ersten Mal ein deutscher
Verein um die Aufnahme ansuchten. Der
Deutschorden-Compagnie aus Bad Mergentheim folgten im
nächsten Jahr zwei weitere Vereine aus dem Nachbarland,
die Stadtkapelle Donauwörth und der Hochmeisterbund
"Hermann von Salza", letzterer löste sich ein
Jahr später wieder auf. 1995 trat der deutsche Verein,
der Freundeskreis Hoch- und Deutschmeister
Mannheim/Baden, dem Deutschmeisterbund bei, dem 1996 die
Deutschordens-Kapelle aus Ellingen folgte.
Seit 1993 hat der
Deutschmeisterbund für Verdienste um die
altösterreichische Militärtradition und wehrpolitische
Aktivitäten unter der Patronanz des Deutschen Ordens an
die 250 Ehrenzeichen in vier Stufen vergeben.
Im Weltkulturerbe Schloss
Schönbrunn und am Heldenplatz gingen 1996 die vom
Deutschmeisterbund mitorganisierte Feiern anlässlich des
300-jährigen Bestandes des Regiments Hoch- und
Deutschmeister über die Bühne. Der Deutschmeisterbund
war mit der Herausgabe der Publikation 300 Jahre Regiment
Hoch- und Deutschmeister und eines Programmheftes sowie
der Auflage einer Erinnerungsmedaille wesentlich am
Gelingen der Veranstaltung beteiligt. Weiters eröffnete
die Postverwaltung auf Antrag des Bundes ein
Sonderpostamt auf dem Heldenplatz und gab einen
Sonderpoststempel heraus.
Regelmäßige Veranstaltungen
wie der jährliche Neujahresempfang sind
gesellschaftliche Höhepunkte im Vereinsleben.
Neugegründete Vereine aus
Österreich, die Freunde des Jägerbataillons 4 und die
Deutschmeister 1809 aus Perchtoldsdorf, suchten 1998 und
2000 um Aufnahme in die Dachorganisation auf. Den
vorläufigen Schlusspunkt setzte die Original Hoch- und
Deutschmeister-Kapelle mit ihrem Beitritt im Jahr 2002. Nur vier Jahre später konnte der Deutschmeisterbund sein 20. Bestandsjahr mit einer offiziellen Briefmarke feiern. Im Jahr 2006 setzte es ein weiteres Deutschmeister-Ereignis. Das Denkmal, das die Stadt Wien ihren Deutschmeistern widmete wurde 100 Jahre alt. Wieder ein Grund für den Deutschmeisterbund aktiv zu werden, dieses Mal sogar zweifach. Einmal wurde eine Briefmarke "100 Jahre Deutschmeisterdenkmal" heraus gegeben mit einem so genannten Ersttag der österr. Postverwaltung mit 29. Sept. 2006 und zum zweiten Mal, doppelt hält ja besser, wurde zum selben Ereignis eine Gedenkmedaille am Band aufgelegt. Zum Thema 250 Jahre Schlacht bei Kolin und Stiftung des Militär-Maria-Theresien-Ordens im Jahre 1757 wurden seitens des Deutschmeisterbundes keine Aktivitäten gesetzt. Im selben Jahr brachte eine große Heeresreform einen tiefen Abschnitt in die Geschichte der österreichischen Hoch- und Deutschmeister-Regimenter. Das Jägerregiment Wien "Hoch- und Deutschmeister wurde mit Jahresmitte mehr oder weniger als aktiver Verband ersatzlos aufgelöst. Die Tradition der Hoch- und Deutschmeister liegt jetzt in der Hand des Militärkommandos Wien und seines neu aufgestellten Mob-Verbandes "Jägerbataillon Wien 1", dem vom Militärkommandanten von Wien nun die Pflege der Tradition überantwortet wurde. Damit änderte auch der Verein "Freunde des Jägerbataillons 4" seinen Namen. Mit Jahresende 2007 hat uns die Stadtkappelle Donauwörth als Mitglied verlassen. Dafür darf aber der Deutschmeisterbund zum ersten Mal ein Mitglied aus dem nichtdeutschen Sprachraum begrüßen. Mit Jahresbeginn 2009 ist ein Verein aus der Tschechischen Republik beigetreten, das Infanterieregiment Teutschmeister Kolín 1757 aus Prag. Mit Wirkung 1.3.2010 ist der Freundeskreis Hoch- und Deutschmeister Mannheim/Baden aus dem Deutschmeisterbund ausgetreten.
|